Was der Herr Gladwell in Tipping Point schreibt, funktioniert ja wirklich

Wow, was für ein Start für den Internetbrunnen.

Am Freitag haben wir die Webseite bestellt. Ab 18Uhr konnte ich dann das Blog einrichten und habe angefangen die wichtigsten Seiten zu schreiben. Ich habe uns bei Twitter angemeldet und alles verknüpft. Nachts habe ich dann noch den ersten Artikel vorgeschrieben und am Samstag schnell ein Foto gemacht, mich im Internetbrunnen eingewählt und den Artikel veröffentlicht. Und was danach passierte lässt uns noch jetzt mit offenem Mund zuschauen. Der Begriff Internetbrunnen wurde in den letzten 2 Tagen schon 250 mal getwittert und hat es auf Netzpolitik geschafft (ok nicht zufällig, da der Autor auch bei den Mainzer Freifunkern ist und das Projekt gut kennt), zwischenzeitlich stand die Seite auch bei Flattr in der Top 5.

Irgendwie erinnerte mich das alles an ein Buch, dass ich vor 2 Jahren gelesen habe und sehr schätze: Tipping Point von Malcolm Gladwell

Er beschreibt in diesem Buch, wie sich Ideen von einem zum nächsten verbreiten:

The three rules of epidemics

Gladwell describes the „three rules of epidemics“ (or the three „agents of change“) in the tipping points of epidemics.

  • „The Law of the Few“, or, as Gladwell states, „The success of any kind of social epidemic is heavily dependent on the involvement of people with a particular and rare set of social gifts.“
    • Connectors are the people who „link us up with the world … people with a special gift for bringing the world together.“
    • Mavens are „information specialists„, or „people we rely upon to connect us with new information.“[9] They accumulate knowledge, especially about the marketplace, and know how to share it with others.
    • Salesmen are „persuaders“, charismatic people with powerful negotiation skills. They tend to have an indefinable trait that goes beyond what they say, which makes others want to agree with them.
  • The Stickiness Factor, the specific content of a message that renders its impact memorable.
  • The Power of Context: Human behavior is sensitive to and strongly influenced by its environment. As Gladwell says, „Epidemics are sensitive to the conditions and circumstances of the times and places in which they occur.“

Wikipedia: The Tipping Point

Und jetzt zu den parallelen beim aktuellen Projekt:

  • Connectors: Erst Peng, das die Bühne und den Raum stellte, dann Florian, der bei Netzpolitik geschrieben hat und die Stadt Mainz die das Projekt in der Anfangsphase kommunikativ unterstützte und in den Antrag für die Stadt der Wissenschaft aufnahm.
  • Maven: Ago der sich mit Soziologie auskennt. Conrad, Moritz und Claudius, die die ganze Technik verstehen und ihr Netzwerk aus CCC, Freifunkern und Piraten, die auch jede noch so detaillierte Frage beantworten können, viele im Peng die überhaupt erst die Idee der Spendenfinanzierung denkbar machten und mein Netzwerk von Designern, das den Internetbrunnen verständlich gemacht hat.
  • Salesmen: Und hier komme ich ins Spiel, ich habe das Projekt seit fast einem Jahr regelmäßig vorgestellt und die oben genannten mit der Idee infiziert, das Werbematerial erstellt und in allen Kanälen verbreitet. Aber auch das habe ich nicht alleine geschafft, denn ohne die Leute, die ebenfalls die Idee vorstellen wäre ich nicht weit gekommen. Viele Salesladys & Salesmen waren nötig, bis der erste Brunnen stand.
  • The Stickiness Factor: Internetbrunnen ist ja mal sowas von Sticky. Wenn ihr das nächste mal nach einem offenen WLAN sucht, werdet ihr euch an die Idee erinnern.
  • The Power of Context: Es ist auch die richtige Zeit für solche Ideen. Jeder wird von seiner Telefongesellschaft über den Tisch gezogen und der Hardcore-Kapitalismus ist zu oft über das Ziel hinaus geschossen. Aber auch technisch sind wir fast soweit, dass jede bessere Kamera WLAN hat. Warum nicht zusammen die Probleme angehen. Man kann den Wohlstand nicht nur durch mehr Geld steigern, sondern auch indem man die Kosten senkt. Der Internetbrunnen ist dafür nur ein Anfang von vielen, die es grad überall auf der Welt gibt.

Besonders spannend finde ich was grad abläuft, weil wir die Webseite frisch aufgesetzt haben, der Begriff vorher kaum verwendet wurde und der Webseiten Counter auf 3 stand, bevor wir den ersten Tweet verfasst haben. Ich denke die Daten kann man unter den Gesichtspunkten von Gladwells These untersuchen und weil das ja nen offenes Projekt ist, werden wir die anonymisierten Daten für andere Untersuchungen zur Verfügung stellen.

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